Wie ein Mann das Bildungssystem außer Kraft setze
Christian Ehret arbeitete 13 Monate als Arzt, ohne die nötige Ausbildung oder Zulassung zu besitzen. In Wahrheit hat er seinen Realabschluss mit “ausreichend” bestanden und eine Bankkauflehre absolviert. Da ihm in seiner Familie niemals die Möglichkeit gegeben wurde, das Abitur zu machen und ihn seine Lebenssituation immer zur Arbeit drängte, konnte Christian Ehret seinen immer größer werdenden Traum, Arzt zu werden, nicht verwirklichen.
Doch trotzdem hat er 13 Monate als Arzt gearbeitet. Mit einem gefälschten Abitur hat er 8 Semester Medizin studiert, um abzubrechen und mit einer weiteren gefälschten Urkunde als Arzt zu beginnen. Als zweiter Assistent übernahm Christian E. keine große Verantwortung, war aber dennoch ständig darauf bedacht, keinen Fehler zu machen.
Christian E. war sich seinem Unrecht jederzeit bewusst. Doch seine Vorsicht und sein Wunsch ein Arzt zu sein, haben ihn voran getrieben selbst das Bildungssystem außer Kraft zu setzen und zu umgehen. Er hat geschafft, wovon viele Menschen träumen, bis sie das Handtuch werfen und unter der Erde liegen. Er hat Courage gezeigt und ist seinem Traum gefolgt, um es auszuprobieren, wie es ist wirklich zu tun was man möchte. Ohne Gesellschaftsgrenzen, ohne Kritik der Familie.
Doch dieses Leben hatte auch seine Schattenseiten, wie Christian E. berichtet. Jeden Tag lastete ein unglaublich großer Druck auf seinen Schultern, sich bloß keine Fehler zu erlauben, nichts falsch zu machen und nicht aufzufliegen. Im Endeffekt wurde Christian E. von einem seiner alten Studentenkollegen verpfiffen und flog auf, doch bereuen tut er es nicht, dass es vorbei wäre. Der abgefallene Druck wirkte befreiend und entlastend, da er es auf Dauer nicht packen würde.
Was war sein Antrieb? Christian E. berichtet, dass er in seiner Familie stets das am wenigsten beachtete Kind war und vielleicht nur nach Aufmerksamkeit suche. Außerdem vermutete er immer, dass Andere noch mehr von ihm verlangen würden als er bereits täte und lebte diese verdrängten Sehnsüchte mit seiner Arzt Karriere aus.
Die Frage, ob es sich gelohnt hat für diesen Vorfall 3 Jahre ins Gefängnis zu wandern, oder ob man sich damit sein Leben verbaut stellt sich woanders. Denn auf jeden Fall war es eine Erfahrung, die nur sehr wenige Menschen erleben dürfen.
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