Facebook blockiert den Service Suicide Machine

Vielen von euch ist vielleicht schon aufgefallen, dass man ein Profil bei Facebook und bei einigen anderen Sozialen Netzwerken nicht mehr löschen kann. Bis vor kurzem war dies aber mit dem Service Suicide Machine möglich. Mit einem Klick ermöglicht Suicide Machine den digitalen Selbstmord. Die Betreiber von Facebook haben die Seite allerdings jetzt blockiert, weil sie nicht möchten, dass man mit ihr Facebook-Profile löschen kann.

Das Löschen von Facebook Profilen verstößt gegen die Term of Use, heißt es von Facebook, nun erwägen sie auch rechtliche Schritte gegen Suicide Machine vorzunehmen. Aber wieso eigentlich?

Facebook begründet diesen Schritt damit, dass die Struktur, die die User aufbauen würden (Verlinkungen auf Fotos, Pinnwandeinträge etc.) zusammen brechen würde. Andere Gründe hierfür könnten sein, dass Facebook mit über 50 Millionen Nutzern das weltweit stärkste Soziale Netzwerk ist und diese Monopolstellung nicht so schnell – durch gelöschte Accounts – aufgeben möchte. Außerdem gehören zu den Useraccounts ja auch viele andere Daten (Surfverhalten etc.) die Facebook gerne auswerten möchte um bspw. Werbung auf bestimmte Zielgruppen zuschneiden zu können.

Darüber regen sich natürlich viele Datenschützer auf. In einem Artikel in der Onlineausgabe der Welt findet man zum Beispiel solche Kommentare:

Sehr gut!!! Es wird trotz Blockade weitere solcher Dienstleister geben, die es dem Bürger endlich ermöglichen, digitale Spuren wieder zu löschen. Schließlich macht man sich dabei ausgesprochen angreifbar. Klar, dass sich Facebook und ähnliche Gaunerseiten gegen einen solchen Eingriff in ihren Machtbereich wehren.

Meine persönliche Meinung dazu ist: Jeder ist für seine Daten selbst verantwortlich. Natürlich birgt es ein gewisses Risiko Informationen über sich im Internet anzugeben, diese Informationen sind für jeden öffentlich einsehbar!!! Sie können von jedem kopiert werden und irgendwo anders veröffentlicht werden!!! Wenn ich nicht möchte, dass bestimmte Informationen im Internet verbreitet werden, dann darf ich sie nicht angeben!


Es ist einfach nicht möglich im Internet ohne Spuren zu surfen! Ein anderer Besucher schreibt zum Beispiel das hier:

Einfach nen webspace für 1 Euro mieten und nen Wordpressblog drauf installieren. Dann hat man das gleiche, kann aber alles selber löschen wenn man will.

Das ist aber auch nicht richtig! Jeder der einen Blog hat kennt das… man löscht Artikel, aber sie sind trotzdem noch im Google Index und im Zwischenspeicher einsehbar (Google Cache!) außerdem gibt es Archivierungs-Dienste wie bspw. Archive.org, dort sind auch gelöschte Domains und/oder einzelne Artikel noch Jahre später einsehbar!! Man sollte also lieber zwei Mal überlegen was man überhaupt angibt, anstatt hinterher rumzuheulen. Es gab schon zahlreiche Fälle, wo sich Leute auf Twitter oder Facebook über ihren Chef ausgeheult haben und deswegen entlassen wurden. Reicht das nicht um aufzuwachen? Vertrauliche Informationen erzähle ich doch auch nur meinen Freunden und veröffentliche sie nicht in einer Zeitungsanzeige.

Sollte man gänzlich auf das Nutzen von Sozialen Netzwerken etc. verzichten?

Nein! Das denke ich nicht, diese Dienste sind ja deswegen nicht schlecht. Den Nutzern fehlt nur anscheind die mediale Kompetenz! Ich kann auch Facebook, Twitter oder sogar SchülerVZ sinnvoll nutzen und verantwortungsvoll mit meinen Daten umgehen. Ich kann solche Dienste nutzen um alte Freunde wieder zu finden oder um einen Job zu finden! Ja richtig, solche Fälle gibt es auch! Inzwischen googlen die meisten Arbeitgeber ihre Bewerber (auch bei Ausbildungsstellen!) und gucken sich auch ihre SchülerVZ Profile an. Dabei kann man ganz schön ins Fettnäpfchen treten, man kann aber auch einen guten (!) Eindruck hinterlassen. Bitte berichtigt mich in den Kommentaren wenn ich falsch liege, aber ich glaube nicht dass es einen Arbeitgeber gibt der einen schlechten Eindruck von seinen Bewerbern bekommt, wenn dieser ganz normale (keine Bilder vom Komasaufen..) Urlaubsfotos oder Fotos mit Freunden in seinem Profil hat und seine Hobbys angegeben hat. Das gilt auch für die Profilangaben: Es ist eben ein Unterschied ob ich bei Hobbys schreibe: “Spiele seit Jahren Handball im Verein, unternehme viel mit Freunden und gehe oft auf Konzerte” oder ob ich schreibe “Saufen, Party, Kiffen” oder sonst was… das selbe gilt auch für eure Gruppen. Manche Sachen sind scheiße, manche Sachen sind Ansichtssache und können auch ganz lustig sein und manche Sachen sind voll in Ordnung…

Aber das wichtigste ist: Man ist selbst für seine Daten verantwortlich, was niemanden etwas angeht das schreibe ich am besten garnicht erst! Das ist viel besser als später rumzuheulen wenn irgendjemand die Bilder oder Daten abgespeichert hat und wo anders hochgeladen hat…


geschrieben am Januar 11th, 2010 von Chaim • Alles Mögliche, Social Media1 Comment »

1 Kommentar zu “Facebook blockiert den Service Suicide Machine”

Kommentare

  1. Einerseits ist es schon erschreckend wie durchsichtig man wird, andererseits, wie schon gesagt, ist man auch selbst dafür verantwortlich.

    Und dass das Facebook System auf dauer nicht funktionieren würde, wenn einige User ihren Account mitsamt Inhalt löschen würden, sehe ich auch ein.

    Aber man sieht ja tagtäglich wie unvorsichtig Leute mit ihren Kommentaren oder Statusmeldungen umgehen…

    incolour
    Dienstag, 12.01.10 um 15:36 Uhr

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